Die Kreuzeckbahn ein Juwel in Reisseck

Seit beginn der Woche löchern uns unsere Kinder, daß wir unbedingt wieder mit dem Kreuzeckbahn fahren müssen. Ich finde die Bahn und das Personal auch als etwas Besonderes und möchte auch dorthin, warum es aber für die Kinder ganz besondere für unseren Kleinen so wichtig ist, daß er sich sogar besonders schnell und brav angezogen hat … verstehe ich nicht, wenn ermal älter ist, muß er es mir erklären.

In den letzten Jahren habe ich die Kreuzeckbahn immer als Geheimtipp im Kontrast zur Reisseckbahn beschrieben. Als aufmerksamer Leser meines Bloggs wisst Ihr sicher, daß uns die Reiseckbahn dieses Jahr bitter enttäuscht hat …

So ist die Kreuzeckbahn ist somit DAS lohnende Ausflugsziel in der Gegend.

Habe Franz (einen der Beiden Wagenführer) angesprochen, da ich mir für die Technik der Schrägsseilaufzüge interessieren und bei solchen historischen Garnituren gibt es auch wirklich etwas zu sehen. Er ist mit mir über einen Wartungszugang unter den Wagen gegangen, nachdem er mich darauf aufmerksam gemacht hat, mich nicht schmutzig zu machen. Er hat mir dabei den Mechanismus der Notbremsung erklärt, für den Fall daß das Zugseil reissen sollte. Kurz zusammengefaßt: Die Kraft eines Rades des Wagens wird dazu verwendet um über ein Getriebe Bremsbacken an bzw. um die Schinen zu pressen um so den Wagen nicht ruckartig aber schnell zum Stehen zu bringen.

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Oben agekommen zeigte mir Franz das Antriebsystem der Bahn, welches aus dem Erbauungsjahr der Bahn stammt (1950er Jahre)

2 x 400 PS-Motoren treiben über ein Getriebe ein Rad an, über welches dann das Zugseil bewegt wird … die beiden Wagons hängen ja je an einem Ende des selben Zugeseils.

Das System ist dabei mehrfach gegen Probleme gesichert: Dreht sich z.B. das Antriebsrad zu schnell, wird Pressluft abgelassen, welche eine Bremse auslöst die das ganze System zum Stehen bringt, oder ist ein Motor kaputt, muß nur ein Hebel am Getriebe umgelegt werden, und schon kann die Fahrt, wenn auch mit halber Geschwindikeit fortgesetzt werden.

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Der Triebswerksraum (rechts im Bild einer der beiden Motoren, links davon das Getriebe und
ganz links das Rad mit der silbenden Lauffläche, hier läuft das Zugseil drüber)

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(Die Betriebsbremse des Bahn)

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(Die Steuerungskonsole)

Selbst wenn die Technik gegenüber heutiger antiquiert wirkt, ist sie so ausgelegt, daß sie nochmal spielend 50 Jahre durchhalten wird. Im Gegensatz zu modernen Steuerungssystemen wo alles über Computerchips gesteuert wird, kann man hier einfache Defekte noch selbst beheben bzw. reparieren. Franz erzählte mir, daß die TÜV Süd so begeistert war von der Bahntechnik, daß sie gleich alles fotografiert haben und gemeint haben, sie sollten sich bloß auf die Bahn schauen, weil so etwas Solides wird heute nicht mehr hergestellt.

Aufgrund meiner Begeisterung für diese tollte alte Technik kam ich gleich auch mit den anderen Leute vor Ort ins Gespräch, und wir haben über die Schafbergbahn und andere vergleichbare Techniken wie z.B. Dampfloks gesprochen.

Eigentlich das einzig wirklich moderne bei der Kreuzeckbahn sind die Kommunikationeinrichtungen, welche zur Reisseckbahn bzw zur Steuerung der Stromerzeugung in den diversen Wasserkraftwerken gehören (aber die sind gut in ein paar Schaltschränken versteckt 😉

Die Herzlichkeit der Leute ging soweit, daß sie meinen Kleinen eingeladen haben, mitzumusizieren und mir wurde sogar ein Kaffee in einre Flasche angeboten (wobei mit einem Lächeln das Wort Schnapps verdeckt wurde) … leider mußte ich ablehen, da Autofahren und Schnappstrinken leider nicht zusammenpaßt.

Franz ist im übrigen auch ein Legobastler, deshalb hat erauch einen Wagen des Kreuzeckbahn mit Lego nachgebaut:

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Außerdem hat mir Franz diesmal auch mitgeteilt, daß es kein Problem darstellen würde, wenn ich eine der donnerstäglichen musiklaischen Darbietungen ins Internet stellen würde … das werde ich auch machen und hier verlinken, nur über meinen Handy-Upload möchte ich das Video im Moment noch nicht hochladen.

Also alles in allem wieder ein toller Ausflug aufs Kreuzeck.

Das das Kreuzeck auch der Ausgangspunkt für viele Wandermöglichkeiten ist (was wir heuer leider wieder nicht geschafft haben) …. kann ich jedem der in der Gegend ist, nur dringend empfehlen einmal mit der Kreuzeckbahn zu fahren. Sie fährt im Sommer zu jeden vollen Stunde und wenn in der Berg- oder Talstation 6 oder mehr Personen zusammenkommen auch zu jeder halben Stunde.

Das besondere an der Bahn ist, daß man eben quasi im Freien sitzt, und dadurch die Fahrt auch wirklich geniesen kann … und für mich als Hobby-Fotograph natürlich ein Segen, wenn mich keine zerkratze Scheibe daran hindert, die tolle Landschaft zu fotografieren.

Ein herzlichen Dank an Franz und seine Kollegen von der Kreuzeckbahn, Ihr habt uns wieder ein tollen Auflug ermöglicht ….

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